Welche Nachbarin hätten Sie gern?

_OM_7876Einige von uns haben in den letzten Monaten neue Nachbarn bekommen. Es sind insgesamt 290 Flüchtlinge zu uns gekommen, so der offizielle Stand Anfang Juni.

Bis Sie diesen Artikel lesen, kann sich die Zahl verändert haben, nach oben, nach unten, auch beim Landkreis Verden kann im Moment niemand eine Prognose stellen. Die Ehrenamtlichen, die Integrationslotsen und die Paten, das sind über 100 Personen in unserer Gemeinde, bemühen sich, die Menschen zu unterstützen, insbesondere die 76 Kinder unter ihnen….

und das ist wunderbar.

Man kann dabei für sich viel lernen über deutsche Bürokratie, wenn z.B. im September und Oktober letzten Jahres die Sprachfähigkeit von einigen Flüchtlingen getestet wurde ( man nennt es Einstufungstest ) und bis heute kein Kurs angefangen hat.

Dies gilt übrigens auch für Migrantinnen, die schon viele Jahre in Deutschland leben und arbeiten, und noch zu geringe Sprachkenntnisse haben. Die Busfahrscheine nach Achim oder Verden zu den Kursen müssen die Flüchtlinge selber zahlen.

Ein Teil der Flüchtlinge ist moslemischen Glaubens und wird sich vielleicht ab 6. Juni an die Regel des Ramadan halten, aber die Menschen aus Syrien, Irak, Iran, Afghanistan, Sudan, Eritrea, Marokko, Libanon, Somalia, Elfenbeinküste Algerien und einigen weiteren Ländern haben auch andere Glaubensrichtungen.

Ihre Rechte bei uns sind unterschiedlich, haben sie eine „Aufenthaltsgestattung“ oder eine „Zuerkennung?“ Dürfen Sie einen 1€-Job machen?

Man wird immer den individuellen Menschen betrachten müssen, fragen Sie ihre neue Nachbarin! Während des Balkankrieges hatten wir Flüchtlinge unter uns, die jahrelang hier mit ihren Familien gelebt und gearbeitet haben. Meist haben sie in all den Jahren nie die Wohnung oder das Haus ihrer Nachbarn betreten.

Cornelia Wolf-Becker
Pädagogin